HPS Ausbildung 2022-2023 LAVENDEL

Eva, du hast gerade das Modul «Patientensicherheit und Red Flags» unterrichtet. Worum ging es dabei? Wie es der Name schon sagt, geht es um die Sicherheit der PatientInnen: Welche körperlichen und psychischen Symptome zwingend einer ärztlichen Abklärung bedürfen. Dabei geht es darum, sogenannte Leitsymptome zu erkennen. Das sind Symptome, die ein Anzeichen von gefährlichen Krankheitsverläufen sind. Wie kommen die StudentInnen klar damit? Für viele ist die Schulmedizin ja komplettes Neuland? Wir arbeiten ja jeweils sehr konkret und praxisorientiert. Bei der Thematik rund um den Bewegungsapparat zum Beispiel klären wir die Fragen: Was ist Osteoporose? Was ist ein Bandscheibenvorfall? Und wie erkenne ich, ob es sich um Arthrose handelt. Es geht auch darum, dass die StudentInnen die Grundlagen der medizinischen Sprache und Herangehensweise kennenlernen. Das klappt bei allen sehr gut, ich habe auch das Gefühl, dass da Interesse für die Schulmedizin wächst. Du hast ein Medizinstudium, praktische Erfahrung in Chirurgie, Medizin und Pädiatrie und seit sieben Jahren leitest du hier das Ressort WestMed. Wie gefällt es dir an der Heilpraktikerschule? Sehr gut. Mir ist wichtig, dass die StudentInnen wirklich gut ausgebildet sind, denn ich sehe grosses Potential in der Alternativmedizin, KomplementärTherapie und in den Massage-Praktiken. Wir wollen den StudentInnen eine gute Grundlage in der westlichen Medizin mitgeben. Darin sehe ich meine Aufgabe als Ressortleiterin. Westliche Medizin ist schon sehr anspruchsvoll. Gibt es Voraussetzungen, Einstiegsbücher oder eine spezielle Vorbereitung – wie schaffe ich das? Ja, das Gebiet ist riesig, eine Sprache für sich. Wir starten aber ganz vorne und vor allem starten wir gemeinsam. Im Modul «Anatomie Basis» geht es um die Grundlagen, danach ist es bereits leichter, die weiteren Strukturen und Krankheitsbilder zu erlernen. Zudem haben wir einen detaillierten Lernzielkatalog. Lernzielkatalog? Im Prinzip ist das die Liste all des Wissens, das man benötigt, – umgearbeitet in konkrete Lernziele. Das ist sehr praktisch, erleichtert das Lernen stark, denn so erarbeiten wir die Inhalte gemeinsam Schritt für Schritt und die StudentInnen kommen fokussiert und zielorientiert vorwärts. Es gibt wirklich vieles zu studieren, wissen, erforschen und staunen. Angehende TherapeutInnen lernen, Risiken schnell zu erkennen und die richtigen Fragen zu stellen. Zum Beispiel: Wann ist ein Unterdruck im Ohr Vorstufe einer Mittelohrentzündung, die sich im schlimmsten Fall auf den Schädelknochen ausbreiten kann? 23 Warum Schulmedizin?

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